So, lange nichts mehr von mir hören lassen, aber es gibt immer noch Dinge, die ich vom Comicsalon berichten kann.

Das Comicquartett ist eine Sache, die ich mir immer wieder gerne antue. Es gab zwar auch schon Jahre, wo sich das Quartett fast einig war, aber meistens gibt es auch, analog zur Vorbildveranstaltung, interessante Differenzen.
Eine davon tauchte gleich bei dem Ersten von Eckhart Sackmann besprochenen Werk, „Das geheime Dreieck“ auf.
Vorgestellt wurde er von Eckart Sackmann, offensichtlich handelt es sich um einen Mystery Thriller.
Lutz Göllner missfiel neben dem schlechten Lektorat (viele Schreib und Übersetzungsfehler) vor allem dass Band 3-6 eigentlich alle das gleiche Thema und die gleiche Masche hatten, also eigentlich überflüssig waren.Letztendlich verpasste er ihm das für mich schlimmste aller Urteile:“Gut gemeint“.
Andreas Platthaus beand das Thema für extrem ausgelutscht (und das nicht erst seit Sakrileg) und Constanze Döring wollte den Comic am liebsten schon nach Seite 3 aus dem Fenster werfen und ärgerte sich besonders, dass die Eingangsszene, die sich bemühte zu verstehen irrelevant für die weitere Handlung war.
Kurz: Den andern 3 hats nicht besonders gefallen.
Der nächste besprochene Comic war Isaak der Pirat, der wie ich finde einen recht interessanten und frischen Ansatz für einen Abenteuercomic hat.
Platthaus missfällt der Comic nicht unbedingt, wirft Blain aber vor, eigentlich gar nicht zu wissen, wo er hinwill.
Sackmann spricht von einem Hype um Issak den Pirat und mag den Strich von Blain nicht. Meiner Meinung handelt es sich hierbei um ein generelles Problem, ob man eher realistischere oder eher vereinfachendere Zeichnungen mag. Ich persönlich bin ja eher der Meinung, dass sich gerade bei eher einfachen Zeichnungen wie z.B. bei Blain oder auch bei Sfar die eigentliche Kunst, im Prinzip das, was den Comic ausmacht, zeigt, nämlich mit einfachen Strichen Stimmungen, Emotionen, Persönlichkeiten darzustellen (Was natürlich nicht ausschliesst das es auch realistischere Comics gibt, die mir gefallen).
Lutz Göllner schliesslich erinnert sich an den roten Corsar zurück.(Lutz Göllner: „Irgendwann bin ich dann auch älter als 17 geworden“
Eckart Sackmann: „Dann bist du jetzt 18…“
)
Lutz Göllner selbst stellte Tezukas „Adolf“ vor und verweist dabei auf die grosse Bedeutung Tezukas
Eckart Sackmann hat es nicht gänzlich Missfallen, nennt es aber „Grandioser trivialer Kitsch“.
Für gewisse Verwirrung sorgen offensichtlich immer wieder gewisse Slapstikszenen und humoristische Elemente, die Tezuka selbst in erste Szenen immer wieder einbaut. Dies ist seine spezielle Art und Weise bei all dem Ernst mmer wieder für eine gewisse Erleichterung zu sorgen.
Ausserdem fanden die meisten in der Runde die Bösewichte etwas flach. Auch dies ist in diesem Fall eine Besonderheit Tezukas: Er besetzt auch hier immer wieder gewisse Rollen aus dem Fundus seiner Charaktere, sozusagen wie Schauspieler. Die Bösewichte dienen in diesem Fall nur als Triebfeder, die Handlung in Gang zu halten. Was Tezuka interessiert und was dementsprechend viel besser herausgearbeitet wird, sind die Schicksale der titelgebenden Personen und wie sie durch die Wirren der Geschichte zu dem wurden, was sie sind.
Übrigens wird Adolf oft als Tezukas Hauptwerk bezeichnet. Dem würde ich hier wiedersprechen, als sein Lebenswerk wird eigentlich meist derleider unvollendet gebliebene Phönix bezeichnet. Aber zu Tezukas interessantesten Werken gehört es meiner Meinung nach schon.
Andreas Platthaus weiss offensichtlich deutlich mehr über die Publikationshintergründe zu berichten als die anderen. Er weist darauf hin, dass der Manga an Jugentliche gerichtet ist und dies zu einem Zeitpunkt, wo die Debatte um denUmgang mit der Vergangenheit gerade erst am Anlaufen war. Bis zu diesem Zeitpunkt Anfang der 80er war es wohl nicht üblich, der Jugend auch auf die finsteren Seiten der eigenen Vergangenheit nahe zu bringen. In diesem Licht ist auch die Tatsache zu sehen, dass der Manga keine Geschichte über Deutschland, sondern eigentlich eine rein japanische Angelegenheit sein soll.
Zu Fliegenpapier schliesslich kann ich selbst nicht viel sagen, da ich es nie in der Hand hatte. Auch das Quartett war sich nicht einig, ob es nun ein Comic oder Bildergeschichte war, und ob es nun gut oder schlecht ist, dass sich der Autor eigentlich recht wenig an die Ursprüngliche Geschichte von Dashiel Hammet gehalten hat, sondern seine eigenen Bilder zu Papier bringt .
Beim Anfordern eines Rezensionsexemplar wurde einem der Rezenzenten dann auch promt gesagt, als er bemerkte, es wäre für das Comic Quartett „Das ist aber überhaupt nicht komisch“ …